Gesundheit
Schamanische, energetische und spirituelle Heilweisen
Es ist grundsätzlich zu beachten, dass die Begriffe Schamanismus und Schamane aus der Anthropologie bzw. Ethnologie stammen. Es handelt sich um ein „Kunstwort“, das versucht, spirituelle und energetische Heiler mit ähnlichen Eigenschaften unter einem gemeinsamen Begriff zu vereinen. Spirituelle und energetische Heilmethoden sind äußerst vielfältig und weisen eine große Bandbreite an Erscheinungsformen auf. Diese Heilmethoden sind, geprägt von kulturellen, sozialen, religiösen und historischen Faktoren, in unterschiedlichen Formen weltweit anzutreffen. Alle beinhalten grundlegende Elemente, die den Schluss nahelegen, dass es ein intuitives Wissen über diese Wirkmechanismen gibt, das geographische, kulturelle und religiöse Grenzen überschreitet. Im Kern weisen sie diese Gemeinsamkeiten auf: eine intensive Bindung zur Erde mitsamt ihrer Flora und Fauna sowie eine tiefgehende Beziehung zu Göttlichkeiten, Naturwesen und spirituellen Wesen.
Ob wir diesen Wesenheiten menschliche Namen wie Engel, Feen, Ahnen, Totemtiere, Kerubim, Gott oder Göttin geben, ist letztlich unwichtig. Es geht nicht primär um die Namen, sondern um mächtige Energien, die Heiler in ihrer Arbeit nutzen dürfen. Damit gelangen wir bereits zur zentralen Botschaft schamanischer Heilmethoden: Der Heiler kommuniziert und tauscht Energie mit natürlichen und spirituellen Wesenheiten, um das Gleichgewicht in der Schöpfung zu bewahren oder wiederherzustellen. Beispiele für ein Ungleichgewicht umfassen: Krankheiten, geistiges Chaos, Umweltzerstörungen und Kriege. Schamanen wirken in all diesen Bereichen, um positive Veränderungen herbeizuführen. Sie bedienen sich dabei einer Vielzahl von Methoden. Erwähnenswert sind vor allem: spirituelle Rituale (wie magische Rituale oder spirituelle Reisen), naturheilkundliche Mittel (Pflanzen, Steine, Feuer und Wasser) sowie Musik, Tanz und Orakelkunde. Ein Heiler benötigt ein tiefgehendes Verständnis von spirituellen und irdischen Zusammenhängen sowie deren Wirkungsweisen, um all dies in seiner Arbeit nutzen zu können.
Schamanen sind sich dessen bewusst, dass alles, was existiert, in einem riesigen Energienetz miteinander verknüpft ist. Alles wurde durch schöpferische Energie geschaffen und wird von ihr durchdrungen, um in einer großen Ordnung seinem Zweck zu dienen. Wir sind nicht getrennt von diesem Energienetz, sondern fest darin verankert und somit mit allem Existierenden verbunden. Dieser Grundsatz bildet die Grundlage für das „Weltverständnis“ eines Schamanen, mit dem er seinen Aufgaben begegnet. Die alltägliche und die nichtalltägliche Wirklichkeit, Diesseits und Jenseits, Erde und Kosmos usw. werden als gleichwertige Erfahrungswelten betrachtet und erlebt. Ein Schamane ist immer ein Wanderer zwischen den „Welten“, da die „Grenzen“ fließend sind. Er ist ein Zaunreiter (Hagazuss), der Ursache und Wirkung nicht nur aus einer irdischen Perspektive betrachtet, sondern vor allem die göttliche Sichtweise einnimmt.
Dieser Sachverhalt versetzt den Schamanen in eine Realität, in der er energetisches Chaos und spirituelles Wirrwarr überblicken kann. Im optimalen Fall kann er diese Zustände transformieren, entwirren und eine natürliche sowie spirituelle Ordnung herstellen. Er schafft Synergien, die sowohl spirituelle als auch irdische Energien mobilisieren und eine Heilung bewirken oder Geist, Körper und Seele in die Lage versetzen können, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren.
Diese Heilweisen umfassen nicht nur spirituelle Arbeiten, sondern beziehen die gesamte Schöpfung ein. Obgleich schamanische Reisen in die „Anderswelt“ sowie Heil-, Reinigungs-, Bann- und Schutzrituale von großer Bedeutung sind, erkennt der energetische Heiler den Wert der Fülle natürlicher Ressourcen für seine Arbeit an. Für ihn haben Bäume und Pflanzen mit ihren energetischen Heilkräften dieselbe Bedeutung wie Heilsteine, Heilerden, Heilwasser und Metalle. Ein Schamane kennt die Heilkraft der natürlichen Schätze und nutzt sie weise. Auch hier sind umfassende Fach- und Sachkenntnisse erforderlich. Kosmische Aspekte sind ebenfalls Teil der Basis seiner Arbeit, wie etwa Mond- und Planetenrituale. Schamanische Heilweisen manifestieren sich auf unterschiedlichen Ebenen – sei es metaphysisch, physisch, physikalisch, quantenphysikalisch, seelisch oder spirituell.
In den vergangenen Jahrzehnten ist das Interesse an alternativen Heilmethoden erheblich gewachsen. Diese Entwicklung ist sehr erfreulich. Sicherlich liegt ein Grund dafür darin, dass trotz aller Errungenschaften in Wissenschaft, Medizin und Pharmazie Menschen weiterhin erkranken und daran vorzeitig sterben. Es steht außer Frage, dass die moderne Medizin viel zu verdanken ist. Viele „Geißeln“ der Menschheit, wie die Pest, Kinderlähmung und Tuberkulose, konnten bekämpft oder sogar ausgerottet werden. Im Bereich der Chirurgie werden echte „Wunder“ vollbracht, und insbesondere in der Unfallmedizin sollten wir dankbar sein, dass gut ausgebildete Ärzte und qualifiziertes Krankenhauspersonal lebensrettende Maßnahmen durchführen können. Es stimmt jedoch auch, dass die moderne Medizin immer öfter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und ihrer Hilfsangebote gerät. Außerdem ist zu bemerken, dass die Zahl psychischer und psychosomatischer Erkrankungen gestiegen ist – dies hängt mit den ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Strukturen unseres Gesellschaftssystems zusammen. Letztlich orientiert sich auch das gesamte Gesundheitssystem an ökonomischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten. Es ist somit den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus unterworfen, was dazu führt, dass in Europa weitgehend eine Zwei-Klassen-Medizin existiert. Ein Zustand, der sehr fragwürdig ist. Es zeichnet sich jedoch auch eine positive Entwicklung ab: Immer mehr Krankenkassen wird bewusst, wie effizient und nicht zuletzt kostensparend alternative Heilmethoden sein können.
Im Gegensatz zu alternativen Heilmethoden, insbesondere der Naturheilkunde (wie Heilpraktikern und Akupunkteuren), erhalten schamanische Heilweisen keinen vergleichbaren öffentlichen Zuspruch, obwohl die WHO (Weltgesundheitsorganisation) ihnen bereits 1980 bei der Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen die gleiche Bedeutung wie der gängigen westlichen Medizin zusprach. Es gibt dafür gute Gründe: Es sind die Heilungserfolge, die täglich und weltweit durch schamanische Heilmethoden erzielt werden. Es gibt jedoch den Anschein, dass es für unser westeuropäisches Gesundheitssystem und dessen Vertreter „gute“ Gründe dafür gibt, schamanischen Heilmethoden gegenüber ignorant, ablehnend und oft negativ in den Medien zu berichten. Es hat sicherlich auch damit zu tun, dass es immer wieder sogenannte „schwarze Schafe“ gibt, die durch Scharlatanerie ihr Unwesen treiben und Menschen mit zweifelhaften Versprechungen, Behandlungsmethoden und Ritualen ausbeuten.
Aber all dies ist im staatlich geförderten Gesundheitssystem ausreichend vorhanden, und zwar nicht nur dort, sondern in nahezu allen Bereichen der Gesellschaft. Es kann daher nur teilweise auf diesen Hintergrund zurückgeführt werden. Es hängt vielmehr mit dem Selbstverständnis der westlichen Medizin zusammen, die ernsthaft überzeugt ist, auf der Grundlage von bedingt gültigen wissenschaftlichen Erkenntnissen den besten Vertreter der Heilkunde zu repräsentieren. Ein Recht, das einer monopolartigen Stellung entspricht und keine Konkurrenz duldet. Ein derartiges Verhalten ist ein Zeichen für eine sehr beschränkte Perspektive und bestätigt abermals die Weltfremdheit mancher westlicher Ideologien und vermeintlich wissenschaftlich fundierter Weltanschauungen. Es existiert allerdings noch ein weiterer wesentlicher Aspekt, der zu dieser ablehnenden Einstellung beiträgt. Es ist die Furcht vor Behandlungsmethoden und Weltanschauungen, die fremdartig erscheinen und nicht mit dem Konzept „aufgeklärter“ westlicher Ideologien und Wirtschaftsinteressen vereinbar zu sein scheinen. Der Schamanismus, der etwa 60.000 Jahre alt ist und das älteste Heilsystem der Menschheit darstellt, hat trotz zahlreicher Verfolgungen durch Religionen, Staatsformen und Ideologien weltweit bis heute überlebt. Wie kann das sein? Die Antwort ist sehr simpel: Weil seine Methoden zur Heilung ausgezeichnet wirken!
Vielleicht werden „wir“ eines Tages erkennen, dass Heilpraktiker, Ärzte und Therapeuten keine Schamanen ersetzen können. Schamanen sind auch kein Ersatz für Heilpraktiker, Therapeuten und Ärzte. Zusammen können sie sich jedoch ergänzen und somit optimal dem Wohl der Menschheit dienen. Ich schöpfe Mut und Hoffnung für meine These aus der Tatsache, dass es in vielen Ländern, selbst in Europa, erste Ansätze für eine gleichwertige Zusammenarbeit gibt. Außerdem hatte ich in meinem beruflichen Alltag bereits mehrfach die Gelegenheit, eine derartige Kooperation zu erleben, jedoch stets unter dem „Siegel bzw. Deckmantel“ der Verschwiegenheit. Darüber kann ich aber gut hinwegsehen, da es letztlich um das Wohl von Menschen und nicht um das von Institutionen oder fragwürdigen menschlichen Regelwerken (Gesetzen) geht.
Heilende Erden
„Gott bildete den Menschen, Staub vom Acker, er blies in seine Nasenlöcher Hauch des Lebens, der Mensch wurde zum lebenden Wesen“ (Genesis 1.2/7). Am Anfang der Bibel beschreiben uns die Autoren dieser Schöpfungstexte die Entstehung des Menschen. Aus Staub des Ackers, also Erde, so ihre Vorstellung, bildete Gott den Menschen. Wie auch immer wir auf dieser Erde zu dem wurden, was wir heute sind, nämlich Menschen, eines erkannten diese Autoren richtig: Wir sind Bestandteil dieser Erde und schlussendlich wird unser irdischer Körper auch wieder zu Staub (Erde) werden.
Wir Menschen fühlten uns schon immer diesem Element besonders nahe, denn die Erde ist der Schoß, aus dem wir geboren sind, und sie ermöglicht überhaupt erst unser Dasein. Aus diesem Bewusstsein heraus sieht beispielsweise ein Naturheilkundiger die verschiedensten Arten der Erden, die in ihrer Wirkung als Heilmittel überaus wertvoll sein können. Mutter Erde bietet uns nicht nur die Basis für das Leben, wie wir es kennen, sondern liefert uns zugleich auch einen unglaublichen Fundus an hilfreichen Schätzen.
Das Wissen um heilende Wirkungsweisen von Erden reicht gewiss in die Frühgeschichte der Menschheit zurück und hat sich insbesondere bei vielen Naturvölkern bis heute erhalten. Bereits im alten Ägypten wird darüber berichtet und auch in der Antike war das Wissen um die Anwendung von heilenden Erden hoch im Kurs (Hippokrates, Dioskurides). Dieses Wissen erhielt sich bis in unsere Zeit und wurde ständig erweitert. Erst in den letzten Jahrzehnten wurde die Bedeutung der Heilerden durch „moderne“ Arzneimittel verdrängt. Infolge des wachsenden Einflusses alternativer Heilmethoden erlebt die Anwendung von Heilerden eine Renaissance, selbst in unserem heutigen Gesundheitswesen (Heilbäder, Heilsalben, innere Anwendungen).
Die bedeutendsten Erden möchte ich in einem Kurzporträt vorstellen:
Lehm:
Lehm ist nach Holz das älteste Baumaterial der Menschheit. Insbesondere gebrannter Lehm (Ziegel) wird bis heute in der Bauindustrie eingesetzt.
Als Lehm bezeichnet man eine Mischung aus Sand, Schluff (Silt) und Ton. Er bildet sich aus Verwitterungsstoffen von Fest- und Lockergestein.
In Heilanwendungen kommt insbesondere grüner Lehm zum Einsatz.
Ton:
Ton wurde ebenfalls schon früh von der Menschheit zur Herstellung von Keramik und als Baustoff eingesetzt. Er ist eine sehr feine und mineralhaltige Erde. Auch hier wird die grüne Tonerde (Mineralerde) am häufigsten verwendet.
6Löss:
Etwa 10 Prozent unserer Erde sind mit Löss bedeckt. Er besteht im Wesentlichen aus Schluff, Quarz und Tonerdensilikaten. Durch seinen Anteil an Eisenhydroxid kann er Färbungen von gelb bis rot annehmen. Löss wird insbesondere in der Landwirtschaft (gute Ackerböden) geschätzt.
Moor:
Wir kennen verschiedene Arten von Mooren (zum Beispiel Hochmoore, Quellmoore, Überflutungsmoore). Sie sind ein wertvoller ökologischer Lebensraum, der einer Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten einen besonderen Lebensraum bietet.
Ihr Wasserüberschuss durch Mineralquellen und Regenfälle verursacht ein sauerstoffarmes Bodenklima, aus dem Torf entsteht. Moorerde ist Feuchthumus, der ca. 30 Prozent organische Ablagerungen enthält. Besonders wertvoll sind seine Huminsäure sowie pflanzliche und tierische Reststoffe, die unter anderem aus Harz, Wachs, Fetten und Mineralien bestehen.
Torf:
Torf ist ein organisches Sediment. Es entsteht in Mooren durch Ablagerung von Pflanzen, die sich nicht gänzlich zersetzen. In früheren Zeiten wurde Torf als Brennmaterial verwendet, dies führte zur Zerstörung vieler Moore.
Fango:
Fango wurde schon zu den Zeiten der Antike, insbesondere im römischen Reich, angewendet. Aus Italien stammt auch sein Name, der Schlamm oder Schlick bedeutet. Echter Fango ist ein Mineralschlamm, der aus vulkanischen Mineralien, Algen, Mikroorganismen und Thermalwasser besteht.
Schlamm aus Seen, Flüssen und dem Meer:
Schlamm oder Schlick von Seen, Flüssen und Meeren enthält einen hohen Anteil an organischen Substanzen und Mineralien. Insbesondere bei salzhaltigen Gewässern wie dem Toten Meer sind viele heilsame Substanzen im Schlamm enthalten (beispielsweise Magnesiumchlorid, Calciumchlorid, Natriumchlorid, Kaliumchlorid).
Aion – A
Das Gesteinspulver Aion – A, das die Heilpraktikerin Emma Kunz in der Schweiz entdeckte, nimmt einen besonderen Stellenwert bei Heilerden – hier besser Heilgesteinen – ein. Seine reichen energetischen Anlagerungen sind in aller Regel überaus gesundheitsfördernd und in dieser Form einzigartig in Europa.
Heilerden haben eine vielschichtige Wirkungsweise. Sie wirken reinigend, entgiftend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Auch im kosmetischen Bereich können durch den Einsatz geeigneter Erden gute Erfolge erzielt werden (zum Beispiel zur Beseitigung von Hautunreinheiten, Behandlung von Akne und Pickeln, Verbesserung der Haarstruktur). Bei der inneren Anwendung, insbesondere bei Magen-Darm-Erkrankungen, erhöhtem Cholesterin, Parasiten- und Pilzbefall, bei der Stärkung der Abwehrkräfte usw., ist die Behandlung mit Heilerden anzuraten.
Der größte Einsatzbereich liegt sicherlich in der äußeren Anwendung als Wickel sowie für Bäder und Auflagen. Hier gibt es eine sehr große Bandbreite an Anwendungen, die von kosmetischen Behandlungen bis hin zu rheumatischen Erkrankungen reicht.
Wenn Heilerden am Körper angewendet werden, ist es ratsam, den Angaben der Hersteller zu folgen, denn sie haben ganz unterschiedliche Inhaltsstoffe und ihr Einsatzgebiet variiert je nach Zusammensetzung und Abbaugebiet.
Die heilenden Kräfte der Bienenprodukte
Bereits in der Steinzeit war Honig bedeutend als wichtiges Lebensmittel und sicherlich auch als Heilmittel. Beleg dafür sind die Höhlenmalereien von Cuevas de la Arana (Spanien), die auf ein Alter von 9000 Jahren geschätzt werden. Im alten Ägypten wurde vor über 5000 Jahren Honig den Gräbern als Reisewegzehrung ins Jenseits beigelegt. Honig galt als Elixier der Unsterblichkeit und Speise der Götter. Darüber hinaus erkannten die Heilkundigen des alten Ägyptens die überaus wichtige Bedeutung des Honigs und setzten ihn auf vielfältige Weise in die Gesundheitsversorgung ein. Auch auf anderen Kontinenten ist das Wissen um die heilenden Wirkungen des Honigs weit verbreitet. Bei allen Naturvölkern, die Bienen kennen, gehören deren Produkte zur Grundausstattung der „Hausapotheken“.
Auch die moderne Wissenschaft hat sich dem Thema Bienenprodukte angenommen und ihre heilenden Wirkungen belegt. Dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Bienenprodukte und die Heilungserfolge, die damit erzielt werden, so wenig Widerhall in der westeuropäischen Gesundheitsfürsorge (EU) finden, ist für mich nicht verwunderlich. Offensichtlich haben alle heilenden Naturprodukte einen schweren Stand in der westlichen Medizin, was sicherlich nicht zuletzt auf den Lobbyismus der Pharmaindustrie zurückzuführen ist. Deutlich wird das beispielsweise an einem Passus in der deutschen Gesetzgebung, der besagt, dass für die Heilwirkung von Lebensmitteln nicht geworben werden darf und diese somit nicht als Arzneimittel bezeichnet werden dürfen. Wie dem auch sei, es steht einem jeden frei, sich selbst ein Bild von den Möglichkeiten der Naturheilverfahren und ihrer Produkte zu machen und entsprechend selbstverantwortlich und weise zu handeln.
Bienen liefern nicht nur Honig, sondern produzieren eine Vielzahl an weiteren Produkten, die für alternative Heilverfahren äußerst bedeutsam sind, weil sie in ihrer Wirkungsweise vielen herkömmlichen Medikamenten überlegen sind. Einige davon stelle ich hier in Kurzform vor und zeige ihre Einsatzmöglichkeiten auf.
Honig
Honig ist nicht nur ein hervorragendes Süßungsmittel, welches unser Körper in aller Regel sehr gut verträgt, sondern zugleich auch ein wertvolles natürliches Heilmittel. Honig enthält hervorragende keimhemmende Substanzen (Inhibine), die bei offenen Wunden und Verbrennungen heilend wirken können. Insbesondere der berühmte Manuka-Honig hat eine große antibiotische Wirkung. Darüber hinaus kann Honig helfen bei Muskelkrämpfen, Gelenkentzündungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erkältungen, Magengeschwüren, Hauterkrankungen, Stärkung der Darmflora und Verdauung, des Immunsystems, Schutz vor freien Radikalen usw. Darüber hinaus ist Honig ein hervorragender Energielieferant.
Honig gibt es in vielen Geschmacks- und Inhaltsvariationen, die abhängig sind von der botanischen Herkunft.
Energetisch verbindet sich im Honig die Kraft von Pflanzen und Bienen und schafft heilende Synergien, auf die wir Menschen nicht verzichten sollten.
Übrigens: Honig eignet sich sehr gut als Alternativprodukt zu industriell erzeugtem Zucker, der aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht nur Schaden anrichtet.
Propolis
Propolis ist ein Kittharz und wird von Bienen zur Abdichtung des Bienenstockes produziert. Bereits im alten Ägypten nutzte man Propolis zur Einbalsamierung von Mumien. Ein Grund für die Verwendung war die Erkenntnis, dass Propolis hervorragend pilzhemmend (antimykotisch) wirkt. Das Bienenkittharz enthält starke antibiotische, antivirale und antimykotische Wirkstoffe, die vielfältig in den Naturheilweisen eingesetzt werden können. Ebenso von großer Bedeutung für Heilvorgänge sind die vielfältigen Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Flavonoide und Aminosäuren. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Propolis sogar in der Krebsvorsorge und Bekämpfung von Tumoren hervorragende Wirkungen zeigt (zytotoxische Eigenschaften). Darüber hinaus ist Propolis sehr effektiv bei der Stärkung des Immunsystems, bei rheumatischen Beschwerden, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, vielfältigen Virenerkrankungen (Herpes, Grippe usw.), Pilz (beispielsweise Fußpilz), Magen- und Darmerkrankungen bis hin zu Neurodermitis und fördert die Wundheilung. Die Einsatzmöglichkeiten dieses Multitalents sind fast unbegrenzt, gleichwohl es kein Allheilmittel ist. Darüber hinaus zeigt dieses Bienenprodukt noch weitere erstaunliche Eigenschaften. So wirkt es beispielsweise doppelt so stark wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), und das ohne entsprechende Nebenwirkungen (Ergebnisse laut Studie der Universität von Oxford).
Noch erstaunlicher ist jedoch, dass in manchen Bundesländern Deutschlands Propolis (in reiner Tinktur) nicht verkauft werden darf, ja, es ist nicht einmal erlaubt, auf seine heilenden Wirkungen hinzuweisen, weil es eben kein offiziell anerkanntes Arzneimittel ist. Wie so oft sind solche „erstaunlichen“ Absonderlichkeiten in die Kategorie menschlicher Unfug einzustufen und ändern nichts an den hervorragenden Eigenschaften von Propolis.
Pollen
Die Kraft der Blüten ist in konzentrierter Form in Pollen wiederzufinden. Pollen, auch Bienenbrot genannt, sind ein hervorragendes Lebensmittel, denn sie enthalten unglaublich viele wertvolle Inhaltsstoffe (Eiweiß, Aminosäuren, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, ungesättigte Fettsäuren usw.). Schon drei Esslöffel Pollen decken den gesamten Tagesbedarf an Aminosäuren. Bei einem solchen „Kraftpaket“ versteht sich von selbst, dass die Pollen für Heilvorgänge von großer Bedeutung sein können. Das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ist ähnlich weit gefächert wie bei Propolis.
Bienenwachs
Bienenwachs ist in unseren Breitengraden vornehmlich als Kerzengrundstoff bekannt. Das Wachs findet jedoch auch in der kosmetischen und Pflegemittelindustrie reichlich Anwendung (Lippenstifte, Haut- und Haarpflegemittel, Schutzwachs für Hölzer und Leder usw.). Bienen produzieren das Wachs, um ihre Waben zu verschließen. Dieser Rohstoff enthält wie Propolis, hier jedoch in abgeschwächter Substanz, sehr viele Inhaltsstoffe für das gesundheitliche Wohlergehen. Besonders der Gehalt von Vitamin A ist hier sehr hoch. Bienenwachs eignet sich vornehmlich für die äußere Anwendung bei Wund- und Narbenheilungen, Hautentzündungen und für die Lippenpflege. Für die innere Anwendung empfiehlt sich Scheibenhonig (Wabenhonig). Da das Wachs sehr zäh ist, kann es wie Kaugummi verwendet werden. Durch langsames Kauen werden die wertvollen Inhaltsstoffe mithilfe des Speichel aufgelöst und vom Körper aufgenommen. Natürlich kann Scheibenhonig auch gegessen werden. Besonders für Magen- und Darmerkrankungen sowie bei Erkältungs- und Grippebeschwerden eignet sich die innerliche Anwendung. Besonders effektiv ist es, wenn das Wachs mit Blütenpollen und Propolis zusammen eingenommen wird.
Es gibt noch mehr gesundheitsfördernde, heilende und schmerzlindernde Produkte, die uns Mutter Natur durch die Bienen schenkt. Weitere sind: Bienengift („Apotoxin“), Gelee Royal und Apilarnil.
Bei der Nutzung von Bienenprodukten sollte immer ein Auge auf Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen geworfen werden. Ich empfehle bei intensiven therapeutischen Maßnahmen, einen Apitherapeuten zu konsultieren.
Abschließend möchte ich dir zwei Bücher zu diesem Thema empfehlen: „Die Heilkraft des Honigs“ von Detlef Mix und „Sanft heilen mit Bienenprodukten“, von Stefan Stanaciu und Elfi Hartenstein.
Ätherische Öle oder auch EO's
In Zeiten von regionalen Seuchen und Pandemien wächst in der Pharmakologie das Interesse an der Erforschung neuer Einsatzmöglichkeiten für die heilenden Eigenschaften der Wirkstoffe von Pflanzen. Dabei wird nicht selten auf Fachwissen und Forschungsergebnisse früherer Zeiten zurückgegriffen. Heilpflanzen bieten ein großes Potenzial zur Bekämpfung von Krankheitserregern. Während der Evolution haben Pflanzen und auch andere Organismen ausgezeichnete und hocheffiziente Abwehrmechanismen und antipathogene Abwehrmittel entwickelt.
Besonderes Interesse von Wissenschaftlern erregt in den letzten Jahren die Wirkungsweisen sog. ätherischer Öle. Seit Jahrzehnten stellen sich verschiedenste Fachbereiche der Naturwissenschaften und Medizin diesen hochkonzentrierten Substanzen aus dem Schoße von Mutter Natur. Diese werden durch Wasserdampfdestillation, Extraktion oder Auspressen der Pflanzen oder der Pflanzenteile gewonnen. Ätherische Öle sind aus vielen verschiedenen chemischen Verbindungen zusammengesetzt. Sie sind fettlöslich, enthalten jedoch keine Fette. Im Gegensatz zu fetten Ölen verdampfen ätherische Öle rückstandsfrei.
Ätherische Öle sind eine komplexe Mischung aus riechenden, flüchtigen organischen Verbindungen. Es gibt eine Vielzahl veröffentlichter Artikel, die die antimikrobielle Wirkung einer Vielzahl von ätherischen Ölen aus verschiedenen Teilen der Welt hervorheben.
Die veröffentlichte Literatur zeigt, dass ätherische Öle ein breites Spektrum an antibakterieller, antimykotischer und sogar antiviraler Aktivität besitzen. Es wurde auch gezeigt, dass ätherische Öle das Wachstum von arzneimittelresistenten Mikrobenstämmen hemmen, die mit herkömmlichen Antibiotika nur schwer zu behandeln sind. In Bezug auf ihre Wirkungsweise bilden ätherische Öle bei Pilzpathogenen ein Membranpotential über die Zellwand und stören die ATP-Assemblierung, was zu einer Schädigung der Zellwand führt. Ätherische Öle können auch die Mitochondrienmembran auflösen, die den Weg des Elektronentransportsystems (ETS) stört. Bei bakteriellen Krankheitserregern destabilisieren ätherische Öle in erster Linie die Zellarchitektur, was zu einem Zusammenbruch der Membranintegrität führt und viele zelluläre Aktivitäten einschließlich Energieerzeugung und Membrantransport stört. Durch ätherische Öle verursachter Membranbruch kann zum Austreten von Zellbestandteilen und zum Verlust von Ionen führen. Mehrere ätherische Öle haben antivirale Aktivitäten gegen viele RNA- und DNA-Viren, wie Herpes-simplex-Virus Typ 1 und Typ 2 (HSV-1 und HSV-2), Dengue-Virus Typ 2, Influenzavirusadeno-Virus Typ 3, Poliovirus, Junin-Virus und Coxsackievirus. Sie sind bei sachgerechter Anwendung ungefährlich und antiallergen. Nahezu 500 wissenschaftliche und klinische Studien, der renommiertesten Universitäten weltweit, bestätigen die hohe Wirksamkeit dieser Derivate.
Anzumerken sei auch, dass aufgrund ihrer schützenden und pflegenden Eigenschaften ätherische Öle zunehmend in der Herstellung kosmetischer Produkte verwendet wird. Tipp: Beim Kauf körperpflegender Produkte lohnt es sich genauer auf die Inhaltsstoffe zu achten.
Die Anwendung von EOs in der Heilarbeit
EOs werden in Privathaushalten vornehmlich als Aroma- Essenzen eingesetzt. In Duftlampen oder Diffusoren verströmen sie angenehme Düfte, die je nach Pflanzentyp, ihre heilenden, belebenden, entspannenden, durchwärmenden, bakterien-, pilz- und virustötenden Eigenschaften freisetzen. Diese hervorragenden Eigenschaften sollten auch im Praxisbetrieb genutzt werden, denn in erster Linie geht es darum, sich auch selbst vor Krankheitsübertragung zu schützen!
Die Anwendungsgebiete für EOs sind jedoch weitaus größer. Ein wichtiges Einsatzgebiet für diese hochkonzentrierten Pflanzenwirkstoffe ist die körperliche Anwendung. Ob als Heilöle, die auf die Haut aufgetragen werden oder für die innere Anwendung, durch Einnahme. Wichtig bei diesen Anwendungen sind Verträglichkeitsprüfung, Dosierung und eine hohe Fachkenntnis über die Wirkungsweise und das Zusammenspiel der Pflanzenwirkstoffe! Bei Unkenntnis rate ich dringend von Experimenten ab, denn es könnten allergische und toxische Reaktionen entstehen, die zu schweren körperlichen Schäden führen können!
Wer sich mit diesen wertvollen Heilbehandlungen ernsthaft auseinandersetzen möchte, sollte schon aus Eigeninteresse eingehende Fachliteratur studieren und, wenn möglich, entsprechende praktische Anwendungskurse in Aromatherapie besuchen. Eine kleine Auswahl an weiterführenden Fachbüchern findest du am Ende dieses Kapitels.
Weiterführende Literatur:
- Steflitsch, Wolz, Buchbauer: Aromatherapie in Wissenschaft und Praxis
- Wabner, Dietrich, Beier, Christiane: Aromatherapie – Grundlagen, Wirkprinzipien, Praxis
- Nevill und Susan Dury: Handbuch der heilenden Öle und Essenzen
- Michael Kraus: Aromatherapie für jeden Tag
- Marion Winter, Michael Kraus: Kinderaromatherapie